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Lexikon von Begrifflichkeiten aus der Druck-Messtechnik

A

Akkreditierung

Akkreditiert durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) gemäß DIN EN ISO/IEC 17025, Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien.

B

Begutachtung

Grundlage hierfür bildet die regelmäßige Begutachtung des DAkkS-Kalibrierlaboratoriums (alle 18 Monate) durch den Fachbegutachter der Akkreditierungsstelle. Des Weiteren sind neben den Begutachtungen Vor-Ort auch sogenannte Ringvergleiche gefordert, an denen in festgelegten Intervallen teilgenommen wird. Die Ergebnisse dieser Ringvergleiche werden vom Fachbegutachter ausgewertet und dienen somit ebenfalls einer Kontrolle.

C

Cooperation

Die DAkkS ist Unterzeichner der multilateralen Übereinkommen der European co-operation for Accreditation (EA) und der International Laboratory Accreditation Cooperation (ILAC) zur gegenseitigen Anerkennung der Kalibrierscheine.

D

DAkkS und DKD

Der Deutsche Kalibrierdienst (DKD) wurde 1977 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Kalibrierlaboratorien, technischen Behörden, Industrieunternehmen, Forschungsinstituten, Überwachungs- und Prüfinstitutionen. Die Akkreditierungsstelle des Deutschen Kalibrierdienstes (DKD) wurde im Dezember 2009 in die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) umgewandelt und ist als Rechtsnachfolgerin des DKD heute als nationale Akkreditierungsstelle der Bundesrepublik Deutschland für die Akkreditierung und Überwachung der DAkkS-Kalibrierlabore zuständig. DAkkS-Kalibrierlabore führen Kalibrierungen von Messgeräten und Maßverkörperungen für die bei der Akkreditierung festgelegten Messgrößen und Messbereiche durch. Die ausgestellten Kalibrierscheine sind ein Nachweis für die Rückführung auf nationale Normale, wie sie von der Normenfamilie DIN EN ISO 9000 und der DIN EN ISO/IEC 17025 gefordert werden.

E

Eichen

Bei einer Eichung muss jedes einzelne Gerät der zuständigen Eichbehörde vorgestellt werden. Dabei wird geprüft, ob das vorgelegte Messgerät der Eichordnung und der PTB-Zulassung oder bei allgemein zugelassenen Messgeräten den anerkannten Regeln der Technik entspricht. Außerdem muss das Gerät die in der Eichordnung festgelegten Eichfehlergrenzen einhalten. Um die Einheitlichkeit in den verschiedenen Bundesländern zu sichern, arbeiten die Eichbehörden auf technischem Gebiet eng mit der PTB zusammen.
Eichämter sind staatliche Stellen die auf Grundlage des Eichgesetzes die dort genannte Überprüfung der Messgeräte durchzuführen haben.

F

Fehlergrenzen

Von Geräteherstellern vordefinierte Werte, die bei der Kalibrierung inklusive Messunsicherheitsanteile nicht überschritten werden dürfen. Werden diese Werte überschritten, sind zunächst eine Justierung und anschließend eine Kalibrierung nötig.

G

Glaubwürdigkeit

Kalibrieren darf im Grundsatz jeder. Um das Messergebnis in einem glaubhaften Rahmen zu halten sind die unterschiedlichsten Kriterien einzuhalten. Sie betreffen z.B. Kalibriereinrichtingen, Personal, Kalibrierverfahren, Umgebungsbedingungen usw. Diese Kriterien sind in der DIN EN ISO/IEC 17025, Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien festgelegt und werden mittels Audits auf Einhaltung überprüft.

H

Hierarchie

Die Kalibrierhierarchie gliedert sich meist in fünf Unterkategorien.
An erster und oberster Stelle stehen die Nationalen Normale, die sich in unserem Fall bei der PTB in Braunschweig befinden.
An der zweiten Stelle folgen die Bezugsnormale, die direkt von den Nationalen Normalen mittels Vergleichsmessungen abgeleitet werden.
An dritter Stelle folgen die Gebrauchs- und Werksnormale, die wiederum von den Bezugsnormalen abgeleitet werden.
An vierter Stelle stehen dann erst die eigentlichen Messmittel im Unternehmen.
An letzter Stelle folgen die hergestellten Produkte.

I

Istwerterfassung

Wird bei einem Kalibriergegenstand bei der Eingangskalibrierung festgestellt, dass die vom Hersteller angegebenen Toleranzgrenzen nicht eingehalten werden, wird eine Istwerterfassung durchgeführt. Anschließend wird der Kalibriergegenstand erst Justiert und danach erfolgt die eigentliche Kalibrierung.
Die Daten dieser Istwerterfassung werden im DKD-Kalibrierschein als Anlage beigefügt.

J

Justage / justieren

Justieren ist das möglichst exakte Einstellen oder Abgleichen eines Messgerätes. Durch einen fachmännischen Eingriff werden systematische Messabweichungen so weit beseitigt, wie es für die vorgesehene Anwendung erforderlich ist. Sie ist häufig notwendig, nachdem eine vorherige Kalibrierung inakzeptable Messabweichungen ergeben hat. In diesem Fall erhält der Kunde ein Messdatenprotokoll, in welchem die Messabweichungen dokumentiert sind. Die erfolgreiche Beseitigung der Messabweichung muss durch eine anschließende, neuerliche Kalibrierung nachgewiesen werden.

Eine Justage ist im Gegensatz zur Kalibrierung ein Eingriff in das Messgerät. Die Gerätehistorie wird bleibend verändert. Ein großer Vorteil ist jedoch, dass das Messgerät nach dieser Anpassung wieder in seine Spezifikation zurückgeführt ist.

K

Kalibrieren

Durch einen Messprozess wird zuverlässig und reproduzierbar die Messabweichung eines Messgerätes zu einem bekannten Wert eines Referenznormals festgestellt und dokumentiert. Eine Kalibrierung ist eine Momentaufnahme. Ein Eingriff in das Messgerät erfolgt bei dieser Überprüfung nicht. Das Messgerät und dessen Historie bleiben unverändert.

L

Labor

Das DAkkS-Kalibrierlabor der Firma AKS-Messtechnik GmbH muss die geforderten Richtlinien in Bezug auf Luftfeuchtigkeit sowie Temperatur einhalten. Wir arbeiten seit 1998 bereits mit den modernsten Messmitteln und Equipment und können somit sicherstellen, dass die geforderten Kriterien eingehalten werden.
Des Weiteren sind wir mit unserem Kalibrierlabor in der Lage auch DAkkS-Kalibrierungen vor-Ort durchzuführen. Hierbei ist allerdings eine minimal größere Messunsicherheit zu berücksichtigen.

M

Messunsicherheit nach GUM

Die Kunst des Kalibrierens liegt in der Aufbereitung und Verdichtung der bei der Messwertaufnahme gewonnenen Daten. Um eine Sicherheit über das Verhalten des Druckmessgerätes zu bekommen ist eine mathematische Betrachtung unumgänglich. Dadurch kann jedem Messwert zusätzlich ein Intervall - die erweiterte Messunsicherheit - beigeordnet werden. Den theoretischen Hintergrund für die Messunsicherheitsberechnung findet man im GUM (Guide of the Expression of Uncertainty).

N

Normale

Will man Dinge miteinander vergleichen, muss man auf irgendeine Art und Weise messen. Auf seinen Ursprung zurückzuführen, bedeutet das den Vergleich der Dinge mit einem Normal. Auch Bezugsnormale können noch keinesfalls zum praktischen Messen verwendet werden. Sie dienen lediglich dazu, für die Unternehmen nochmals Bezugsnormale oder auch Gebrauchsnormale zu kalibrieren. Auch sie stellen keinesfalls die für die tägliche Arbeit verwendeten Messgeräte dar. Der Namensanteil "Normal" deutet das ja an. An diese "Gebrauchsnormale" schließt das Kalibrierlabor nun die Prüfmittel des Betriebes an. Es gibt also eine ganze Hierarchie von Normalen.

O

Onsite-Service

Als Onsite-Service wird die Kalibrierung beim Kunden ?Vor-Ort? bezeichnet. Unser Onsite-Service ist einer der wenigen, die in Deutschland für die Kalibrierung vor Ort akkreditiert sind. Hierbei werden Warte- und Ausfallzeiten minimiert. Auch der Transport von großen oder empfindlichen Messapparaturen kann somit entfallen.

P

Prüfmittelüberwachung

Durch die Prüfmittelüberwachung (PMÜ) wird die regelmäßige Kalibrierung der Prüfmittel und damit die Rückführbarkeit der Messergebnisse auf nationale Normale gewährleistet. Diese vorgehensweise entspricht den ?anerkannten Regeln der Technik?, wie sie den einschlägigen nationalen und internationalen Regelwerken, Normen, behördlichen Vorschriften und vertraglichen Vereinbarungen zugrunde liegen. Die Richtigkeit der Ergebnisse eines Prüfmittels wird über die Dokumentation nachgewiesen.

Q

QM-System

Durch ständig durchgeführte Verbesserungen, Weiterbildungen und Schulungen sowie Beurteilungen wird ein Qualitätsmanagement-System aufrecht erhalten, das jederzeit auf Wirksamkeit von Änderungen überprüft werden kann.

R

Rückführbarkeit

Sämtliche im Unternehmen eingesetzten Messmittel unterliegen einer Rückverfolgbarkeit auf das Nationale Normal der Physikalisch-Technischen-Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Durch regelmäßige Rekalibrierungen innerhalb festgelegter Intervalle findet eine Kontrolle bei der PTB statt. Die Kalibrierkette muss nachvollziehbar dokumentiert sein, so dass die Rückführbarkeit von Messergebnissen sichergestellt ist.

S

Standardabweichung

Die Messunsicherheit enthält im Allgemeinen viele Komponenten. Einige dieser Komponenten können aus der statistischen Verteilung der Ergebnisse einer Messreihe ermittelt und durch empirische Standardabweichungen gekennzeichnet werden. Die anderen Komponenten, die ebenfalls durch Standardabweichungen charakterisiert werden können, werden aus angenommenen Wahrscheinlichkeitsverteilungen ermittelt, die sich auf Erfahrung oder andere Informationen gründet.

T

Transfernormal

Als Transfernormal werden häufig elektrische Druckmessgeräte genutzt. Diese Transfer- oder Gebrauchsnormale sind über die laboreigenen Kolbenmanometer indirekt auf das Nationale Normal rückgeführt und werden in der Regel jährlich kalibriert.

U

Unsicherheiten

Unsicherheit ist der dem Ergebnis zugeordnete Parameter, der die Streuung der Wert kennzeichnet, die vernünftigerweise der Messgröße zugeordnet werden können. Bei einem definierten Messverfahren addieren sich unterschiedliche Unsicherheitsanteile zur sogenannten Messunsicherheit zusammen.

V

Validiert

Wie viele Messwerte müssen überprüft werden, um eine glaubhafte Aussage über einen Kalibriergegenstand geben zu könne? Diese und viele weitere Vorgehensweisen werden in der Richtlinie DKD-R 6-1 detailliert beschrieben. Die Auswertung der Kalibrierergebnisse erfolgt mittels Validierter Software.

W

Werkskalibrierung

Werkskalibrierung werden durchgeführt bei Kalibriergegenständen die nicht der DAkkS-Kalibrierrutine unterliegen. Hierbei werden wesentlich weniger Messpunkte angefahren und die Auswertung ist nicht so aufschlussreich wie bei DAkkS-Kalibrierungen. Diese Kalibrierungen werden im Aspekt auf DIN EN ISO/IEC 17025 nicht als Kalibriernachweis anerkannt.

X

X-Wert

Ist die Anzeige eines definierten Wertes auf der X-Achse eines Koordinatensystems. In unserem Fall die Angabe der Druckwerte in der Einheit bar.

Y

Y-Wert

Ist die Anzeige eines definierten Wertes auf der Y-Achse eines Koordinatensystems. In unserem Fall die Angabe der Abweichung und Messunsicherheit in der Einheit mbar.

Z

Zertifikat

Mit der Ausgabe sämtlich aufgezeichneter Daten in einem Zertifikat endet für Sie die Kalibriertätigkeit in unserem Unternehmen. Sie erhalten Ihr Messgerät mit einem DAkkS-Kalibrierschein oder einem Werkskalibrierschein wieder zurück und wir hoffen, Sie als einen zufriedenen Kunden zu behalten.

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